Globalisierung trägt reiche Früchte für die Menschen. Das ist gut für die Welt.
Globalisierung zähmen: Offener Brief an die ...
Das neue Sozialversicherungsgesetz der VR China
Blickpunkt Asia Pacific, Newsletter 05/2011
Von Renate Villing
国家建立健全同经济发展水平相适应的社会保障制度
»Der Staat errichtet und vervollständigt ein Sozialversicherungssystem, welches dem Niveau der wirtschaftlichen Entwicklung entspricht.« Zusatz zu Artikel 14, der im Zuge der Verfassungsänderung 2004 in die Verfassung der VR China aufgenommen wurde.
„ Nach fast zwei Jahrzehnten der Konsultation tritt das lange erwartete neue Sozialversicherungsgesetz, welches am 28.10.2010 erlassen wurde, nun am 1. Juli 2011 in Kraft. Es regelt
- fünf Arten der Sozialversicherung. Dies ist
- ein historischer Meilenstein, denn bislang basierte das Sozialversicherungssystem der VR China ausschließlich auf einzelnen Bestimmungen und Vorschriften, welche vorwiegend auf lokaler Ebene erlassen wurden. Das Gesetz garantiert einen
- Rechtsanspruch auf eine flächendeckende Grundsicherung. Angestrebt wird ein einheitliches Sozialversicherungssystem, das
- für die städtische und ländliche Bevölkerung gleichermaßen Gültigkeit hat. Hierzu müssen verschiedene Systeme zusammengelegt werden und Leistungsansprüche gegenseitig anrechenbar gemacht werden.
- Die Altersgrundsicherung soll bereits bis 2015 für das ganze Land realisiert sein. Für das neue Sozialversicherungsgesetz haben
- europäische und insbesondere deutsche Regelungen Pate gestanden…
- Globalisierung Zahmen und sterben Früchte ernten
18. Dez. 2011 Globalisierung zähmen: Offener Brief an die ...
In der VR China ist die Sozialversicherung, wie in Deutschland, in fünf Zweige eingeteilt…
- Rentenversicherung
- Krankenversicherung
- Arbeitslosenversicherung
- Betriebliche Unfallversicherung
- Mutterschutzversicherung
Die Versicherungsbeiträge der Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung werden von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite gemeinschaftlich aufgebracht, wobei der
- Arbeitgeber die weitaus größere Beitragslast trägt. Die Beiträge der Betrieblichen Unfallversicherung und Mutterschutzversicherung werden vom Unternehmen alleine getragen.
- Bemessungsgrundlage ist das Bruttogehalt. Die jeweiligen Sätze werden von den einzelnen Städten und Gemeinden festgelegt und weisen
- regional extrem große Unterschiede auf…“
Nach dem Ende der internationalen Krise sind die Löhne in der VR China rasant angestiegen… Im Durchschnitt mussten Unternehmen 2010 ihren Arbeitern 20% mehr als im Vorjahr zahlen. Für 2011 und 2012 rechnen sie mit ähnlich hohen Zuwächsen. Zudem dürften die
- Lohnnebenkosten steigen. Zum 1.7.11 tritt das erste
- Allgemeine Sozialversicherungsgesetz Chinas in Kraft. Es ersetzt die bislang separaten Vorschriften zur
- Renten-, Kranken-, Arbeitsunfalls-, Mutterschafts- und Erwerbslosenversicherung…
Quelle: Guangzhou Government, Guangzhou Kai Tong Law Firm
Arbeitgeber Arbeitnehmer
Rentenversicherung
Ausländischer Direktinvestor 20,0 8,0
staatliches Unternehmen 18,0 8,0
privates einheimisches Untern. 12,0 8,0
Krankenversicherung 8,0 2,0
Arbeitsunfallversicherung
Servicesektor 2,0 0
Industrie 1,0 0
Landwirtschaft 0,5 0
Arbeitslosenversicherung 2,0 1,0
Mutterschaftsversicherung 1,0 1,0
„ Rentenversicherung (养老保险 – yanglao baoxian)
Der Beitrag des Arbeitnehmers fließt in einen Fonds mit „Individualkonten“, der Beitrag des Arbeitgebers dagegen in einen Sozialfonds. Kommt der Arbeitnehmer ins
- Rentenalter (Frauen mit 55, Männer mit 60) werden die Renten zunächst aus dem „Individualkonto“ ausbezahlt. Wenn dieses Geld aufgebraucht sein sollte, bestehen weitergehende Rentenansprüche aus dem Sozialfonds, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass mind. 15 Jahre lang Beiträge eingezahlt wurden. Die Renten aus dem Sozialfonds sind sehr niedrig, da Gelder aus dem Sozialfonds allen zustehen, die während ihres Arbeitslebens in das System eingezahlt haben. Dies ist die sog.
- Grundsicherung, die erste Säule eines „Drei-Säulen-Systems“. Die zweite ist eine
- freiwillige zusätzliche Betriebsversicherung, die dritte die Möglichkeit, über kommerzielle Anbieter eine
- private Zusatzrente zu erwerben.
- Die erwerbstätige Bevölkerung muss für die ältere Generation und auch für ihre eigene künftige Rente aufkommen… Mit der Überalterung der Bevölkerung erhöht sich die Zahl der Rentner stetig…
Krankenversicherung (医疗保险 – yiliao baoxian)
Im Danwei-System der Staatsbetriebe führten die kostenfreie medizinische Versorgung und die Monopolstellung der fest zugeteilten Krankenhäuser zu Verschwendung und ausufernden Kosten, welche weit über der Wachstumsrate des BIP lagen. Infolgedessen wurde das Modell einer Basiskrankenversicherung konzipiert… Die Beiträge sind wie folgt aufgeteilt: die Betriebe führen
- 8% der Gesamtlohnsumme ab (70% auf das Sozialkonto und 30% auf das Individualkonto der Versicherten). Die
- Arbeitnehmer zahlen 2% auf ihr Individualkonto…
Arbeitslosenversicherung (失业保险 – shiye baoxian)
Erst seit der Einführung von Arbeitsverträgen und der Kündigungsmöglichkeit im Jahr 1986 gibt es in China offiziell das Phänomen der Arbeitslosigkeit (失业 shiye), bis dahin sprach man von „Auf-Arbeit-Wartende“ (待业 daiye)… Nach einer Mindestbeitragsdauer von einem Jahr, kann ein Arbeitsloser Ansprüche auf Arbeitslosengeld geltend machen. Die Bezüge sind gering.
Betriebliche Unfallversicherung (工伤保险 – gongshang baoxian)
Die Höhe der Beiträge bemisst sich nach der Art der Tätigkeit. Je nach Gefährdungsgrad liegt der Beitrag zwischen 0,4 und 2 % des Bruttolohns.
Mutterschutzversicherung (生育保险 – shengyu baoxian)
Im Falle der Mutterschaft erhält die Beschäftigte von der Versicherung eine Pauschalsumme für die Entbindung und Lohnersatzleistungen in Höhe des ursprünglichen Gehaltes.
Der zunehmenden Mobilität der Gesellschaft wird nun Rechnung getragen, indem von nun an der Ort der Einzahlung in einen Sozialversicherungsfonds mit dem Ort der Inanspruchnahme auseinanderfallen kann.
Bislang gingen bei Arbeits- oder Wohnortwechsel bereits erworbene Versicherungsansprüche verloren. Nun werden die Jahre addiert, in denen in unterschiedlichen Städten in das Versicherungssystem einbezahlt wurde, um festzustellen, ob die Mindestgrenze von 15 Jahren für Rentenansprüche erreicht ist.
Von dieser Neuregelung, um die lange gerungen wurde, profitiert vor allem
- die große Masse der Wanderarbeiter, die nun ihre in den Städten erworbenen Versicherungsansprüche aufs Land transferieren können, aber auch der
- städtische Beschäftigte, der seine in einer anderen Stadt erworbenen Leistungsansprüche mitnehmen kann….
- In China arbeitende Ausländer unterstehen von nun an dem chinesischen Versicherungssystem, falls keine vorrangigen zwischenstaatlichen Sozialversicherungsabkommen zur Anwendung kommen.
Eine unzureichende bzw. fehlende Gesetzgebung ermöglichte es den Betrieben bislang, sich nicht an der Solidargemeinschaft zu beteiligen… Das neue Sozialgesetz versucht, Mißständen zu begegnen, indem rechtzeitige Beitragszahlungen durch
- Zuschläge (0,2% bis 0,05% des geschuldeten Betrages, pro Tag) und
- Strafgebühren (für den Arbeitgeber bis zum Dreifachen des ausstehenden Betrages und für den zuständigen Sachbearbeiter 3000 RMB) erzwungen werden…
Auswirkungen auf die Lohnnebenkosten
Einer der wichtigsten Standortfaktoren Chinas war bis vor einigen Jahren zweifellos der
- Kostenvorteil bei den Löhnen. Heute trifft das nicht mehr unbedingt zu, insbesondere nicht für die Metropolen an der Ostküste. Laut einer Untersuchung der Unternehmensberatung Dezan Shira liegt das durchschnittliche Jahresgehalt eines Arbeiters in der VR China derzeit bei 1500 US-$,
- plus ca. 50% Lohnnebenkosten, also 2250 US-$. Damit belegt China bereits heute einen der
- vorderen Plätze im asiatischen Vergleich.
Das neue Sozialversicherungsgesetz wird möglicherweise zu höheren Lohnnebenkosten führen. Einem künftigen Investor wäre zu empfehlen, die künftige Entwicklung im Auge zu behalten und vor allem
- regionale Vergleiche anzustellen. Derzeit betragen die akkumulierten Sozialversicherungsbeiträge incl. des Eigenheimfonds in den Metropolen
- Beijing oder Shanghai rund 44%, während diese in einigen
- Städten Südchinas bei 18% liegen.
Fazit und Ausblick
Im Zielkonflikt zwischen der Schaffung einer gerechten Grundsicherung für einen möglichst breiten Teil der Bevölkerung und der prioritären Förderung wirtschaftlicher Produktivität setzte die Regierung den Fokus zunächst auf ein schnelles Wirtschaftswachstum. Zunehmend entwickelt sich allerdings das Verständnis dafür, dass mit der wirtschaftlichen Entwicklung die soziale einhergehen muss, um das wirtschaftliche Wachstum langfristig nicht aufs Spiel zu setzen. Das neue Sozialversicherungsgesetz ist das erste umfassende Gesetz der VR China im Bereich der Sozialen Sicherheit. Die konkrete Ausgestaltung des Gesetzes liegt weitgehend im Ermessen der lokalen Regierungen…“
"Ich habe mich entschieden: Ich hasse Armut, nicht Wohlstand. Ich will, daß die Armen und die Hungernden Chancen und ein anständiges Leben bekommen... "
Von Johan Norberg
Vertrauen zurückgewinnen durch "nachhaltiges Wirtschaften - Jetzt.de
21. Febr. 2009
In China ist die Armut auf dem Rückzug
Das ist gut für die Welt!
Frankfurter Allgemeine Zeitung
17. Nov. 2011
Von Christian Geinitz
„ China hat es nach eigenen Angaben geschafft, die Armut unter seiner Landbevölkerung in den vergangenen zehn Jahren um weit mehr als zwei Drittel zu verringern.
- 2001 hätten noch 94,2 Millionen Personen unter der nationalen Armutsgrenze gelebt,
- 2010 seien es 26,9 Millionen gewesen, heißt es in einem Bericht, den die Regierung am Mittwoch in Peking vorlegte. Insgesamt hat China
- 1,34 Milliarden Einwohner. Mehr als
- 67 Millionen Personen seien aus der Armut geholt worden, das entspreche der Gesamtbevölkerung Frankreichs. China habe fast die Aufgabe gelöst, die gesamte Landbevölkerung mit einem angemessenen Auskommen, mit Nahrung und Kleidung zu versorgen, schreiben die Autoren des
- "Weißbuchs zur Armutsverringerung in ländlichen Gebieten". Auf diese Weise erfülle das Land
- vorzeitig das "Millenniums-Ziel" der Vereinten Nationen, den im Elend lebenden Bevölkerungsanteil zu halbieren.
"China leistet einen großen Beitrag zu den Anstrengungen in der internationalen Armutsbekämpfung", lobte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Sie erinnerte aber daran, dass die verbliebene Zahl von Armen noch immer der Bevölkerung von Texas entspreche, dem zweitgrößten amerikanischen Bundesstaat. Ähnlich viele Einwohner wohnen in Bayern und Baden-Württemberg zusammengenommen...
China lässt sich die Armutsbekämpfung einiges kosten. Die Zentralregierung und die Kommunen haben dafür nach den Angaben in dem Bericht im vergangenen Jahr fast 35 Milliarden Yuan (302 Millionen Euro) ausgegeben. Vor zehn Jahren lag der Wert nur etwa ein Drittel so hoch. Es fließe auch
- viel internationale Hilfe, hieß es. Seit Anfang der neunziger Jahre hätten ausländische Geber 1,4 Milliarden Dollar (eine Milliarde Euro) für die Armutsbekämpfung bereitgestellt, wovon 20 Millionen Chinesen profitiert hätten.
- Das Armutsbekämpfungsprogramm konzentriert sich nach diesen Angaben auf etwa 600 Schlüsselregionen. Dort seien zwischen 2002 und 2010
- Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen mit einer Fläche von 35 Millionen Quadratmetern gebaut worden. Annähernd
- 98 Prozent der Kinder im Alter zwischen sieben und 15 Jahren gingen dort jetzt zur Schule. Die
- Analphabetenrate unter der jungen und mittelalten Bevölkerung sei seit 2002 von 12,4 auf sieben Prozent gesunken. In dieser Zeit habe man
- 57 Millionen Personen Zugang zu Trinkwasser verschafft,
- 61 Prozent aller Haushalte hätten heute Leitungswasser. In
- 88 Prozent der Dörfer führten Straßen, in
- 98 Prozent gebe es Strom, in
- 93 Prozent Telefonverbindungen.
Alle Rechte vorbehalten © Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt am Main
Rechnung ohne den chinesischen Wirt - Wirtschaft - FAZ
17.11.2011 ·
„ Statt den Westen abermals zu retten, könnte China mit nach unten gerissen werden. Dabei trägt diesmal der Westen die Verantwortung für den Osten - nicht umgekehrt…
- China ist Exportweltmeister und
- die zweitgrößte Wirtschaftsmacht. Als
- Amerikas wichtigster Gläubiger sitzt es auf dem
- prallsten Fremdwährungsschatz aller Zeiten. Auf der negativen Seite aber prangert Obama zu Recht Chinas unterbewertete Währung an, die unerlaubten Subventionen, die Marktzugangsbeschränkungen, den Raub geistigen Eigentums.
Die Botschaft ist klar. In einer Zeit, in der Amerika und Europa unter überbordenden Schulden und schwacher Konjunktur ächzen, soll ihnen China das Leben nicht noch schwerer machen. Im Gegenteil: Die Industrieländer setzen darauf, dass China sie abermals heraus paukt. Wie vor drei Jahren soll die
- Nachfrage der 1,3 Milliarden Verbraucher das Schlimmste verhüten. Die EU zählt auf
- Chinas Investitionen und seine
- Beteiligung an der Euro-Rettung…
Anders als in der ersten Krisenrunde kann es sich die Volksrepublik geld- und fiskalpolitisch diesmal nicht leisten, die Nachfrage künstlich anzufachen… Dass China in dieser Situation sein
- Geld zusammenhält, ist richtig, aber für die westliche Wirtschaft ebenso misslich wie für das Land selbst. Der Export ist eine Hauptstütze von Wachstum und Beschäftigung. Wenn er abermals einknickt, kann China diesen Rückgang nicht mehr ausgleichen…
- Die Inflation könnte aus dem Ruder laufen. Diesmal aber weiß niemand, wie die Folgen abzumildern wären, falls sich der Exportausfall wiederholte oder das Wachstum unter jenen Wert fiele, der nötig ist, um dem Heer der Landflüchtigen und Hochschulabgänger ein Auskommen zu garantieren… Spätestens solche Szenarien dürften die Verantwortlichen außerhalb Chinas aufrütteln.
- Der Westen trägt diesmal die Verantwortung für den Osten - nicht umgekehrt… Was ist zu tun? Zunächst müsste
- Europa seine Verantwortung ernster nehmen. Es steht nicht nur die eigene Stabilität auf dem Spiel, sondern die der global vernetzten Wirtschaft, einschließlich Asiens. Schmerzliche Operationen zur
- Entschuldung und Neuordnung des Euroraums sind ebenso unverzichtbar wie die Durchsetzung einer echten
- Austeritätspolitik…
Natürlich muss sich auch China selbst besser wappnen. Statt wie bisher Milliarden in der Infrastruktur zu versenken, gilt es,
- Dienstleistungen und den Verbrauch zu fördern. Viel wäre gewonnen, wenn die Regierung weniger die Staatsbetriebe als den
- Mittelstand unterstützte, mit Steuerabschlägen oder Zugang zu Krediten. Solche Unternehmen tragen 60 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei, 50 Prozent zu den Steuern, 80 Prozent zur urbanen Beschäftigung. Beflügelnd wirkte auch der
- Ausbau des Bildungs- und Gesundheitswesens sowie der Sozialversicherungen.
- Das Geld ist da, etwa in den Staatsunternehmen, die völlig unzureichende Dividenden ausschütten.“
Neues Sozialversicherungsgesetz der VR China erhöht die Lohnnebenkosten.
Germany Trade & Invest
31.03.2011
Von Roland Rohde
„ Zum 1. Juli 2011 tritt ein allgemeines Sozialversicherungsgesetz in Kraft. Es wird zu einer Erhöhung der Lohnnebenkosten führen. Die einzelnen Städte und Kreise können - wie bisher - die Abgabenquote für die Pensions-, Kranken-, Arbeitsunfall-, Mutterschafts- und Erwerbslosenversicherung eigenständig festlegen. Je nach Region kann es daher große Unterschiede in der Abgabenbelastung geben. Nach dem Ende der internationalen Krise sind die Löhne in der VR China rasant angestiegen. Das bekamen vor allem die ausländischen Investoren im südchinesischen Perlflussdelta zu spüren. Im Durchschnitt mussten sie 2010 ihren Arbeitern 20% mehr als im Vorjahr zahlen. Für 2011 und 2012 rechnen sie mit ähnlich hohen Zuwächsen. Zudem dürften die Lohnnebenkosten steigen… Da die lokalen Behörden einen erheblichen Gestaltungsspielraum haben, kann es zwischen den einzelnen Städten erhebliche Unterschiede in der Abgabenbelastung für Arbeitgeber geben. Die Unternehmensberatung Dezan Shira errechnete für 2010 besonders hohe Sätze für Beijing und Shanghai…
Lohnnebenkosten für Arbeitergeber 2010
(Mindestabgabe in % der Bruttolöhne)
Beijing 44,3
Shanghai 44,0
Guangzhou 33,5
Shenzhen 29,7
Quelle: Dezan Shira Unternehmensberatung…
Der Süden ist besonders günstig
Da die lokalen Behörden einen erheblichen Gestaltungsspielraum haben, kann es zwischen den einzelnen Städten erhebliche Unterschiede in der Abgabenbelastung für Arbeitgeber geben. Die Unternehmensberatung Dezan Shira errechnete für 2010 besonders hohe Sätze für Beijing und Shanghai. Hier erreichten die Lohnnebenkosten jeweils 44%. Tendenziell waren die Quoten im Süden des Landes niedriger. In Zhongshan lagen sie sogar unter der 20%-Marke…
Germany Trade & Invest
analysiert regelmäßig die Arbeitsmärkte und hat für die wichtigsten asiatischen Volkswirtschaften jeweils eine länderspezifische Studie "Lohn und Lohnnebenkosten 2010" erstellt. Für die Länder China, Indien, Indonesien, Philippinen, Thailand, Malaysia, Vietnam, Singapur, Hongkong, Japan, Korea (Rep.) und Taiwan finden Sie diese im Internet hier.
Chinas Sozialversicherungspflicht erhöht Kosten für Expatriates
17.10.11
Expats in China bald sozialversicherungspflichtig?
19.01.11
Neue Regeln zur Sozialversicherung für Expats in China
China erhöht Kosten für ausländische ausländische Arbeitskräfte FAZjob.NET
Von Christian Geinitz
„ Weil ausländische Arbeitskräfte in China künftig in die Sozialversicherung einzahlen müssen, könnte sich ihre Entsendung deutlich verteuern. Nach Informationen dieser Zeitung rechnen die ausländischen Handelskammern in China mit zusätzlichen Kosten je Arbeitskraft von rund
- 500 Euro im Monat. Das Geld fließt in eine obligatorische Renten-, Arbeitslosen-, Kranken-, Mutterschutz- und Unfallversicherung. Nach Angaben des federführenden Ministeriums für Personalwesen und Sozialversicherungen betrifft die neue Regelung mehr als 230 000 Ausländer. Damit belaufen sich die Zusatzkosten, die von Arbeitgebern und Arbeitnehmern aufgebracht werden müssen, auf etwa 115 Millionen Euro im Monat. Andere Schätzungen erwarten sogar bis zu 600 000 Betroffene…
Die EU-Handelskammer hatte im Juni in Schanghai vergeblich versucht, eine freiwillige Beteiligung an der Sozialversicherung durchzusetzen… Die finanzielle Belastung aus den neuen Versicherungen, die je nach Stadt unterschiedlich ausfallen kann, ist beachtlich. In Schanghai beläuft sie sich auf
- 48 Prozent des zu versteuernden Einkommens, in Peking auf 43 Prozent. Davon trägt der
- Arbeitgeber etwa drei Viertel, den Rest der Arbeitnehmer. Herangezogen werden Monatseinkommen bis maximal 11688 Yuan in Schanghai und 12 603 Yuan in Peking; das sind umgerechnet 1380 und 1488 Euro. Die meisten Entsandten erreichen diese Schwelle. Je Beschäftigten muss der
- Arbeitgeber monatlich 510 beziehungsweise 488 Euro aufbringen. Der
- Mitarbeiter zahlt 152 Euro in die Kasse…. Aus chinesischer Sicht ist das Verfahren folgerichtig, da Chinesen im Ausland ebenfalls der Versicherungspflicht unterlägen. In dem Dekret begründet das Ministerium die Neuerung zudem mit den "legitimen Rechten und Interessen der Ausländer, an der Sozialversicherung teilzunehmen". Ähnlich
- wie in der Besteuerung will man alle Arbeitskräfte gleichstellen, egal woher sie kommen…
Die Deutschen wird die Neuregelung weniger hart treffen als andere. Denn die Bundesrepublik und Südkorea sind die einzigen Länder, die mit China ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen haben, um Doppelbelastungen zu vermeiden…
China erhöht Mindestlohn für Arbeiter.
20.01.2011
Von Finn Mayer- Kuckuk
„ Die südchinesische Industrieprovinz Guangdong führt höhere Lohnuntergrenzen ein. Ab dem 1. März sollen Arbeiter in der Stadt Guangzhou mindestens 1300 Yuan (150 Euro) im Monat erhalten… Andere Provinzen habe ihre Mindestlöhne in den vergangenen Monaten ebenfalls um bis zu zwanzig Prozent hochgeschraubt. Forscher und Unternehmen rechnen nun damit, dass die Löhne weiter rapide steigen. China stehe auch in diesem Jahr vor hohen Einkommenszuwächsen, urteilt die Großbank Credit Suisse in einem aktuellen Bericht. Für 2011 bis 2015 erwarten die Experten Lohnzuwächse von 19 Prozent jährlich. Das gebe auch den Lohnstückkosten Auftrieb, sagt Ökonom Louis Kuijs von der Weltbank. “
China: Vom Geben und Nehmen - FAZ
www.faz.net
01.01.2012
Von TILL FÄHNDERS
„ Nach Berechnungen der „Financial Times“ soll China in den vergangenen zwei Jahren mit 110 Milliarden Dollar schon mehr Geld an Entwicklungsländer verliehen haben als die Weltbank.
Einem im April veröffentlichten Weißbuch der Regierung nach hat die Volksrepublik bis Ende 2009 insgesamt 256,29 Milliarden Yuan (umgerechnet 31 Milliarden Euro) Entwicklungshilfe geleistet. Allerdings gibt es erhebliche Zweifel an den jeweiligen Zahlen. Peking veröffentlicht selbst keine genaueren Daten, auch nicht nach jeweiligen Empfängerländern gestaffelt. Oft ist zudem unklar, ob es sich bei dem, was als Entwicklungshilfe deklariert wird, nicht teilweise um normale Investitionen und Kredite zu Marktpreisen handelt. …
China stellt, anders als die westlichen Länder und der IWF, offiziell keine politischen Bedingungen an die Empfängerländer. Wie in der Außenpolitik verfolgt die Volksrepublik China in der Entwicklungshilfe eine
· Politik der „Nichteinmischung“…

In einem Forschungspapier haben sich Andreas Fuchs und sein Kollege Axel Dreher von den Universitäten Göttingen und Heidelberg an einer Analyse des verfügbaren Zahlenmaterials zur chinesischen Entwicklungshilfe versucht. Die beiden Wissenschaftler fanden überraschenderweise
· keinen Nachweis, dass sich Chinas Hilfe besonders stark nach den Rohstoffinteressen oder der Art der Regierungsführung in einem Land richte. Sie kamen außerdem zu dem Ergebnis, dass politische Interessen bei der chinesischen Entwicklungshilfe zwar eine wichtige Rolle spielen, allerdings nicht mehr und nicht weniger als bei der Hilfe anderer Länder. „Das findet man in der westlichen Entwicklungshilfe genauso“, sagt Andreas Fuchs. Als positiv werde außerdem angesehen, dass die
- chinesische Hilfe schnell und unbürokratisch bereitgestellt werde. Auch der
- Fokus auf Infrastruktur sei ein positiver Aspekt der Entwicklungshilfe aus China. Zudem bemühe sich Peking zumindest teilweise um die
- Instandhaltung der Infrastruktur nach ihrer Fertigstellung…
Traditionell liegen die Schwerpunkte auf dem Bau von Infrastruktur, Krankenhäusern und Sportstätten sowie der Agrarhilfe…
Nach 30 Jahren wirtschaftlicher Erfolgsgeschichte wolle China die Früchte seiner Arbeit nun auch mit den anderen Entwicklungsländern teilen, sagt der Professor Pang Zhongying von der Pekinger Volksuniversität…"
Quelle: F.A.Z.
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31. Mai 2011
von Martin Kaelble und Mathias Ohanian
Die Ära chinesischer Billigproduktion für alle Welt neigt sich dem Ende zu. Immer mehr Firmen in Fernost beklagen steigende Lohnkosten.
- Seit 1999 sind die Löhne in China um über 300 Prozent gestiegen.
Mit dem anhaltenden Preisschub verändern sich die Regeln der Globalisierung.
- Knapp drei Jahrzehnte lang hatte die billige Produktion in Asien diePreise für Konsumgüter und Arbeit weltweit gedämpft. Der Lohndruck in China droht nun auch in den westlichen Ländern den Preisanstieg zu beschleunigen.
"Weltweit wurde die Inflation in den vergangenen Jahren durch Billig-produktion in den Schwellenländern, namentlich China, gedämpft", sagte Bert Rürup, Vorstand der Beratungsfirma Maschmeyer Rürup, der FTD.
Jetzt verliere die Globalisierung zumindest einen Teil ihrer preisdämpfenden Wirkung, sagte der frühere Sachverständige der Bundesregierung…
- Die Lohnerhöhungen sind von Peking politisch gewollt.
- In ihrem letzten Fünfjahresplan hatte die Regierung das Ziel ausgegeben, dass sich Chinas Wirtschaft von den Billigexporten wegentwickeln soll - hin zu einem stärkeren Binnenkonsum.
- Dafür müssen die Löhne steigen.
- Hinzu kommen demografische Probleme des Landes. Weil die Bevölkerung vergreist, droht der Pool an jungen Arbeitskräften zu versiegen. Diese Verknappung treibt ebenfalls die Löhne.
- Für westliche Unternehmen kann der Trend auch Wettbewerbsvorteile mit sich bringen. Zwar liegen die Lohnkosten in Schwellenländern wie China immer noch deutlich niedriger als in den Industriestaaten.
Doch Ökonomen sehen die Kostenvorteile von Schwellenländern schwinden.
- Zudem wandelt sich China vom Export- zum Konsumland. Nach einer Prognose der französischen Bank Société Générale wird sich die städtische Mittelschicht bis 2015 im Vergleich zu 2008 verdoppeln.
- Bis 2020 könnte China der größte Exportmarkt für die Euro-Ländergeworden sein .
Vor allem die südeuropäischen Länder am Rand der Euro-Zone könnten nach Einschätzung von Holger Fahrinkrug, Chefvolkswirt der WestLB, von einem derartigen chinesischen Aufschwung profitieren. Voraussetzung sei aber, dass es diesen Staaten in den kommenden Jahren gelinge, ihre Reformen durchzuboxen und zusätzlich Auslandsinvestitionen anzulocken. Chinas neue Mittelschicht könnte diesem Szenario zufolge künftig verstärkt Güter kaufen, die von den südlichen Euro-Ländern produziert werden. Bereits zwischen 2001 und 2009 hatten die Kleidungsexporte Spaniens nach China mit jährlich weit überdurchschnittlichen 50 Prozent zugelegt. Auch die Ausfuhren von Nahrung, Tabak und Getränken der Euro-Peripherieländer in Richtung China wuchsen in diesem Zeitraum deutlich stärker als andere Exporte."
Asiens Wirtschaft boomt - die Lohnkosten steigen Asien Kurier
März 2011
Von Achim Haug
„Um rund 9,3 Prozent ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Region Asien und Pazifik 2010 laut der Weltbank gestiegen…
Neben Hightech-Spezialisten wieSüdkorea, Taiwan undSingapur, die schon lange Hochlohnländer sind, stehen vor allem China, Indien und auchVietnam im Fokus ausländischer Investoren. Doch auch dort steigen die Lohnkosten rasch und nähern sich den schon entwickelteren Volkswirtschaften wie Malaysia und Thailand an. Alle Schwellenländer kämpfen dabei darum, sich in der Wertschöpfung höher zu positionieren. Gleichzeitig steigen aber auch die Lohnkosten. Unternehmen mit arbeitsintensiver Fertigung sind gezwungen, sich nach neuen Produktionsstandorten umzusehen. "China + 1" lautet daher oftmals die neue Strategie und der Zusatzstandort liegt immer häufiger in Süd- oder Südostasien. Länder wie Kambodscha, Bangladesch und Sri Lanka fehlt aber noch das wirtschaftliche Umfeld und die Infrastruktur um ausländische Direktinvestitionen in großem Maße anzuziehen
- Vietnam hat sich zu einem Shootingstar unter den asiatischen Schwellenländer entwickelt und schickt sich an, China zumindest einen Teil der Werkbank der Welt abzunehmen. Da Vietnam allerdings bei weitem nicht das Arbeitskräftepotenzial des großen Nachbarn zur Verfügung hat, steigen bereits die Löhne und die Inflation. Im Wettbewerb um Investoren und Aufträge zählen die im regionalen Vergleich niedrigen Lohnkosten zu den Trümpfen…
- Die zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt China ist in weiten Teilen kein"Billiglohnstandort" mehr. Die einfache Lohnfertigung verlagert sich zunehmend in die inneren Provinzen oder gleich nach Vietnam und Bangladesch. Die Wirtschaftskrise hat dafür gesorgt, dass sich 2009 derZuwachs bei den chinesischen Durchschnittslöhnen mit einem Plus von knapp 12 Prozent erheblich verlangsamte, die geringste Steigerungsrate der letzten zehn Jahre. 2010 stiegen die Lohnkosten aber wieder auf breiter Front, da die Wirtschaft weiter wuchs, der Export brummte und zusätzlich die Mindestlöhne deutlich erhöht wurden. Spektakuläre Arbeitskämpfe bei ausländischen Unternehmen beherrschten die Schlagzeilen mit hohen, häufig zweistelligen Lohnzuwächsen. Qualifizierte Fachkräfte zu finden, bereitet zunehmend Probleme. Selbst Fließbandarbeiter bleiben den Produktionshoch-burgen in Süd- und Ostchina zunehmend fern und versuchen ihr Glück in ihrer Heimatprovinz.
Indien, das zweite bevölkerungsreiche Schwellenland in Asien, besticht durch seine dynamische Wirtschaftsentwicklung. Ein Großteil neuer Arbeitsplätze entsteht in den Wachstumsbranchen, wie der verarbeitenden Industrie und dem Dienstleistungssektor. Noch hinkt die Arbeitsproduktivität im asiatischen Vergleich aber deutlich hinterher…
- In Thailand stagnierte angesichts der schwachen konjunkturellen Entwicklung der Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren… Doch mit dem wirtschaftlichen Aufschwung 2010 zog auch die Beschäftigung wieder an. Neben dem Lohn leistet Umfragen zufolge das Schaffen einerfamiliären Kultur einen wichtigen Beitrag zur Mitarbeiterbindung. Thailand besticht im innerasiatischen Vergleich durch eine hohe Beteiligung von Frauen am Arbeitsleben allgemein sowie in Führungspositionen. Der Arbeitsmarkt befindet sich aufgrund der Globalisierung jedoch im Umbruch und traditionelle Konzepte, wie strenge Hierarchien, sind in der Veränderung.
- Japan, Südkorea und Taiwan sind als Hochtechnologieländer schon lange keine preiswerten Standorte mehr. Japan hat die höchsten Arbeitskosten in Asien, Südkorea folgt auf Rang 2…
- Die Sonderverwaltungsregion Hongkong gehört offiziell zu China, die Wirtschaftsordnung bleibt aber eigenständig. Hongkong gilt weiterhin als eine der liberalsten Volkswirtschaften der Welt und ist ein Arbeitgeberparadies. Es gibt keine Gewerkschaften, keine Mindestlöhne, und die Sozialversicherungs-beiträge liegen bei nur 5 Prozent. Eine einmonatige Kündigungsfrist gewährt optimale Flexibilität…
Das Netzwerk des asiatischen Freihandels
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2011, Nr. 271, S. 13
"In den asiatischen Freihandel kommt Bewegung: Getrieben durch den vergangene Woche beschlossenen Ausbau der 2006 von Singapur, Brunei, Chile und Neuseeland gegründeten
- "Transpazifischen Partnerschaft" (TPP) um Amerika, Japan, Australien, Vietnam, Peru und Malaysia sucht die
- südostasiatische"Association of South East Asian Nations" (Asean) eine stärkere Bindung an ihre nördlichen Nachbarländer. Unter dem Kürzel
- "Asean++ FTA" soll sich eine Freihandelszone zwischen den 600 Millionen Südostasiaten und möglichst vielen der fünf Partnerländer China, Japan, Südkorea, Australien und Neuseeland bilden.
- Beschlossen werden soll der Plan 2012. Gleichzeitig arbeiten
- Asean und Indien an einem Abkommen über den Austausch von Dienstleistungen und Investitionen, "das auch für den Handel Bedeutung haben soll", wie Indiens Ministerpräsident Manmohan Singh sagt. Bis 2015 wollen die zehn Asean-Länder die von der Europäischen Union beeinflusste
- Wirtschaftsgemeinschaft "Asean Community" bilden, ohne allerdings ihre Souveränität aufzugeben. Grenzkontrollen, Investitionen und Zölle sollen unter den stärksten sechs Ländern vereinfacht werden. Zu
- Asean zählen Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar (Burma), die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam.
- China hat Freihandelsverträge mit Asean und seinen Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macau, sowie mit Chile, Neuseeland, Pakistan, Peru und Singapur.
- Amerika hat Freihandelsverträge in Asien mit Australien und Singapur, würde durch die
- TPP aber weit in die Region vordringen…
Auf lange Sicht könnten die Pazifikstaaten über ihre "Asia-Pacific Economic Cooperation" (Apec) mit der "Free Trade Area of the Asia Pacific" (FTAAP) die größte Freihandelszone der Welt gründen.“
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Asian Member States Map. By Dmthoth [CC]. |
Spannungen auf dem Apec-Gipfel
13.11.2011 · Während China und Amerika streiten, kommt die transpazifische Freihandelspartnerschaft ein Stück voran.
Von PATRICK WELTER,
„Die Vereinigten Staaten sind mit ihrer handelspolitischen Agenda beim Gipfeltreffen der pazifischen Anrainerstaaten (Apec) auf Hawaii nur bedingt vorangekommen. Fortschritte in Richtung Freihandel erzielten in Hawaii die neun Staaten der angestrebten
Trans-Pazifischen Partnerschaft (TPP).
Sie präsentierten ein Rahmenwerk für das Freihandelsabkommen, das über den bloßen Abbau von Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen für Güter und Dienstleistungen weit hinausgehen soll. Themen sind unter anderem der sichere
- Marktzugang für Finanzdienstleister und Investitionen, der
- Abbau von Regulierungen,
- Regeln für Staatsunternehmen sowie
- sozial- und arbeitsmarktpolitische Rechte. Viele Punkte sind noch ungeklärt. Die TPP-Staaten wollen die Verhandlungen schon 2012 abschließen… Der TPP-Gruppe gehören neben den
- Vereinigten Staaten Australien, Malaysia, Peru und Vietnam sowie die Mitglieder des ursprünglichen Freihandelspakts Brunei, Chile, Neuseeland und Singapur an. Das TPP-Abkommen soll eine
- Vorstufe für den Freihandel unter allen 21 Apec-Staaten sein.
- China gehört der TPP-Gruppe nicht an.
Hu Jintao betonte auf Hawaii die Bedeutung der multilateralen Welthandelsgespräche. Schub erhielt die TPP-Gruppe durch die Ankündigung Japans, dem Bündnis beitreten zu wollen. Nach Wirtschaftskraft und Bevölkerungszahl ist die TPP-Gruppe ähnlich groß wie die Europäische Union. Einschließlich Japans wäre sie fast ein Drittel größer als die EU.“
Globalisierung zähmen und die Früchte ernten.
Bremen im Januar 2007
„ Während die Finanzgeschäfte von Investmentbanking , Versicherungen, Finanzinvestoren, "hedge-fonds" und von "private-equity" blühen und die globalen Konzerne glänzende Gewinne machen, sind die Bürger in den reichen Industrieländern die Geschädigten, die Immobilien-Schulden anhäufen, Kaufkraft, Kreditwürdigkeit, soziale Sicherheit und Arbeitsplätze verlieren.
Das Mindeste sind Mindeststandards und Mindestlöhne . Ein sozialer Ausgleich als Entschädigung für den Verlust von Lebensqualität im Gefolge von neoliberaler Globalisierung wird immer dringender.
Die Menschen in den Schwellen- und Entwicklungsländer dagegen gewinnen Millionen Arbeitsplätze, zunehmende Kaufkraft, soziale Sicherheit, technologisches Wissen und häufen immer mehr Reichtum und Währungsreserven an im Zuge einer globalen "new economy" , die sich am Wachstum der Volkswirtschaften orientiert und nicht zuallererst am Profit des Einzelnen.
Die wirtschaftlichen und politischen Kraftlinien in der Welt sind dabei, sich zu verschieben, ebenso wie die Wertvorstellungen über ökonomisches Handeln.“
China Globalisierung
Kapitaltransfer Technologietransfer
Kapitalflucht Arbeitsplatzverlust
Bretton-Woods II
USA Handelsbilanzdefizit
China Währungsreserven
Liquidität Immobilien Schulden
Schulden USA Reichtum
Heuschrecken Hedgefonds Private equity
Gefährliche Ungleichgewichte
Leistungsbilanzdefizit
Divisenreserve
Schwellenländer Entwicklungsländer
Chinas Wirtschaftswachstum
Gefahr China
Rivalität oder Partnerschaft
Hilfe, Hilfe große Not, kommt der Hacker
Liebe Freunde vom ChaosComputerClub
Ich brauche Eure Hilfe.
- Seit über einem Jahr – vier Jahre nachdem ich mein Buch vollständig ins Internet gestellt habe – versucht irgendwie irgendjemand irgendwo aus den dunklen Weiten des Internet mein Buch und meinen gleichnamigen blog aus dem world wide web zu vertreiben und neuerdings auch zu diskreditieren.
- Bis jetzt ist es mir gelungen, die Angriffe immer wieder zurückzuschlagen, indem ich die Attacken aus dem Internet jedes Mal aus der Dunkelheit in die Öffentlichkeit des „www“ gezerrt und im web dokumentiert habe.
- Ich tat dies auf dringenden juristischen Rat, um ein virtuelles Täter-Profil zu erstellen und den Wirkungskreis einzugrenzen.
Das sieht dann so aus:
Ein heftiger Eingriff in die Suchmaschinen mit dem verfälschenden und diskriminierenden Einschub „ sterben “ :
· 18. Okt.2010
Cyberkriegern gelingt bei BING Angriff auf Globalisierung zähmen.
Das haben die aber nicht nur bei mir gemacht, sondern auch bei bekannten und seriösen Autoren des „projekt syndicate“:
Das habe ich als bedrohlich empfunden:
· 15. Febr.2011
Dann wurde „typepad“ infiltriert und mein blog mit “sterben” überzogen und verfremdet:
Ø Einschübe wie „ gobalisierung-Zahmen-Kann-sterben“ habe ich schon als persönlichen Angriff und auch als bedrohlich empfunden.
Ø Dann wurde mein server und meine webside „ www.globalisierung zähmen “ infiltriert und das Titelbild aus meinem Buch „ Globalisierung zähmen…“ entfernt. Das habe ich als ganz schön dreist empfunden.
Ø Dann wurde im Kontrollzentrum von „TYPEPAD“ das Schreiben und die Bearbeitung von Einträgen und vieles andere blockiert.
· 13.April 2011
· 02.Juni 2011
· 4. Juni 2011
facebook zensiert auf die feine Art und koppelt unliebsame…
· 4. Juni 2011
· Zuletzt
wurde mein zweiter Blog globalisierungzhmen.blogspot.com
gekapert und mit Rufzeichen auf schwarzem Grund überzogen,
indem Bilder, Graphiken und Fotos gelöscht wurden:
Wer könnte dahinterstecken - hinter dem mysteriösen Rufzeichen in Weiß auf schwarzem Grund?
Will er auf etwas hinweisen?
Auf was?
Warum sagt er nicht einfach, was er von mir will?
Gefällt Ihnen meine Analyse einer stattfindenden
- dynamischen Entwicklung der Schwellen- und Entwicklungsländer nicht, die
- bis heute immer zu kurz gekommen sind, weil man sie
- nicht an den Segnungen der industriellen Entwicklung teilhaben ließ, was weltweit
- für Unruhe sorgen und zu Kriegen führen mußte ?
- Dann sind Sie eben anderer Meinung und stehen
- auf der Seite derer, die den ehemaligen Ländern der "Dritten Welt" den Erfolg nicht gönnen. Schade.
- Dann veröffentlichen Sie doch einfach Ihre Meinung und streiten dafür. Friedlich und mit Worten, versteht sich.
Im Folgenden finden Sie das Bild unter: franznolte.wordpress.com/.../
HACKER LOCKEN WEBNUTZER IN DIE FALLE
Financial Times Deutschlan
Von Joachim Zepelin, Berlin
· Internetzertifikate verschafft, mit denen sie unter falschem Namen Netznutzer ausspionieren konnten. Erste Fälle waren bereits Ende August bekannt geworden, als eine
· gefälschte Kopie der Internetseite von Google enttarnt wurde. Inzwischen gehen Sicherheitsexperten davon aus, dass die Hacker sich Zugang zum Datenverkehr von weit über
· 500 populären Internetseiten wie Facebook, Skype oder Yahoo verschafft haben…
Offensichtlich wollten die Einbrecher Netznutzern über die Schulter schauen. Dazu haben sie sich zunächst durch einen
· virtuellen Einbruch auf die Server von Diginotar, einer Tochter des US-Unternehmens Vasco,
· Programme verschafft, mit denen die Echtheit von Internetseiten zertifiziert werden kann. Diginotar ist eine der Firmen, die
· autorisiert sind, solche Zertifikate zu verkaufen. Sie sind vergleichbar mit einem
· Pass für Internetangebote. Nutzer können davon ausgehen, dass ihre Kommunikation
· auf zertifizierten Seiten geschützt ist. Anschließend stellten die Hacker
· Kopien der Originalseiten von Google, Facebook und anderen ins Netz, die sich
· dank der Zertifikate als echt ausgaben. Wenn Internetnutzer dann auf diese praktisch ununterscheidbaren gefälschten Seiten geraten, können die Hacker ihre
· komplette Kommunikation mit verfolgen… Diginotar hat inzwischen eingeräumt, dass das Unternehmen bereits
· Mitte Juni Opfer eines Hackereinbruchs geworden war, den
· Angriff aber verschwiegen hatte. Aufgrund des Einbruchs und der jetzt bekannt gewordenen Fälle werden Zertifikate von Diginotar von den am weitesten verbreiteten Browsern nicht mehr anerkannt."
Wir vergessen so leicht » KieslichDaily 12. März 2009
Wir leben in einer sehr luxuriösen Situation – uns stehen alle möglichen Medien zur Verfügung, wir nutzen Netzwerk-Plattformen, Nachrichtenseiten und Blogs und vieles mehr… Leicht vergessen wir, dass das, was uns als Meinungsfreiheit zur Alltäglichkeit geworden ist, nur wenige Grenzen entfernt lebensbedrohlich sein kann. Entsprechend wichtig ist es, dass Reporter ohne Grenzen (ROG) den heutigen
· “Welttags gegen Internetzensur” initiiert hat, um auf die Beschränkungen und Bedrohungen der Meinungsfreiheit im Internet aufmerksam zu machen. Anlässlich dieses Tages hat Reporter ohne Grenzen seinen Internetbericht vorgestellt… In zwölf Ländern ist die Internetzensur und die Repression gegen Blogger/innen so massiv, dass die Staaten den Titel “Feinde des Internets” verdienen... Zu den 12
· “Feinden des Internets” zählt ROG die Länder Ägypten, Birma, China, Iran, Kuba, Nordkorea, Saudi Arabien, Syrien, Tunesien, Turkmenistan, Usbekistan und Vietnam…
· China führt die “Liste der Feinde des Internets” an: Derzeit sind in China 50 Internetdissidentinnen und -dissidenten in Haft. Die meisten von Ihnen werden beschuldigt, “Staatsgeheimnisse im Ausland preisgegeben” zu haben. Die zahlreichen Zensurmechanismen der Regierung weisen einen hohen Organisationsgrad auf: Fast 40.000 staatliche Mitarbeiter kontrollieren Online-Inhalte... ROG stellt zudem zehn
· Länder “unter besondere Beobachtung”: In diese Kategorie fallen unter anderem Australien und Südkorea - Staaten, die auf den ersten Blick als funktionierende Demokratien gelten. Zwar lassen die Behörden dieser Staaten, anders als die “Feinde des Internets”, Internetdissidentinnen und -dissidenten selten festnehmen und Zensurmaßnahmen sind weniger massiv. Aber die Regierungen haben beunruhigende Maßnahmen ergriffen, die leicht missbraucht werden könnten. In Australien zum Beispiel erlaubt eine
· Anti-Terror-Gesetzgebung den Behörden, ‚verdächtige’ private E-Mails abzufangen... Trotz Gängelungen und Repressionen lassen sich viele Blogger/innen nicht entmutigen. Das Internet bleibt in vielen Ländern im Vergleich zu konventionellen Medien immer noch das freieste Mittel zur Verbreitung von Informationen und Meinungen. Neue Software-Entwicklungen helfen zum Teil, Nachrichtenkontrollen und -zensur im Internet zu umgehen. Große Internetfirmen wie Google, Yahoo! und Microsoft haben mit der Unterzeichnung der so genannten
· “Global Network Initiative” angekündigt, dass sie das Recht auf Meinungsfreiheit der Internetnutzer/innen weltweit respektieren möchten. Bisher haben sich diese Firmen auf
· Druck von Regierungen in einigen Staaten zum Teil an der Zensur beteiligt. Wenn es einen Wandel dieser Geschäftspraktiken gäbe, wäre es für eine Reihe von Regierungen schwieriger, Internetnutzer/innen zu überwachen.
Den 28-seitigen ROG-Bericht (in englischer Sprache) “Feinde des Internets” finden Sie hier: www.reporter-ohne-grenzen.de/fileadmin/pdf/Internetbericht.pdf „
Wie halten Sie Hacker, Spammer und Spyware aus Ihrem Blog raus?
1. Halten Sie Ihre Blogging-Software immer aktuell
2. Sichere Logins und Passworte
Angriffe mit brachialer Gewalt können ganz einfach abgewendet werden: wählen Sie einen sicheren Login-Namen und ein sicheres Passwort.
Mit „sicherem Passwort“ meine ich, dass Sie etwas verwenden, das mindestens 10 Zeichen lang ist und mindestens einen Großbuchstaben und mindestens ein Symbol enthält, wie zum Beispiel ein Ausrufezeichen.
3. Stärken Sie die Sicherheit mit WordPress Plugins
Es gibt eine große Zahl von WordPress Plugins, die von netten, treusorgenden Softwareentwicklern geschrieben worden sind, die darauf aus sind, ihren Blogger-Kollegen ein wenig mehr Sicherheit zu bieten. Zu den paar, die man haben sollte, gehört
· Secure WordPress, das ein paar sicherheitskritische Meta-Informationen entfernt, die ein Hacker in Ihrer WordPress Installation gegen Sie verwenden könnte. Ein weiteres Plugin ist
· Limit Login Attempts, das direkte Angriffe fast unmöglich macht, weil es die Anzahl der Login-Versuche begrenzt und so einen Zugang durch Ausprobieren von Login-Namen und Passwörtern verhindert. Und dann ist noch
· WP Security Scan zu empfehlen, das einen Bericht über Ihre spezifische Konfiguration von WordPress erstellt und Ihnen Korrekturmaßnahmen zur Verbesserung Ihrer Sicherheit vorschlägt.
4. Bloggen Sie nur von Rechnern, die sicher, sauber und frei von Spyware sind
Der beste Weg, Ihr eigenes Computersystem sicher und sauber zu halten, ist der Einsatz eines umfassenden Internet Security und Anti-Virus Systems
5. Automatische Backups – einrichten
Regelmäßige Sicherungen Ihrer gesamten Installation sind unbedingt notwendig, denn nur so können Sie sicherstellen, dass Ihre Arbeit nicht verloren geht, wenn Sie doch einmal gehackt werden.
www.faz.net
22.11.2011
Von PATRICK WELTER
„ Das Jahr neigt sich dem Ende zu und in Sachen Haushaltssanierung hat das politische Washington versagt. Im Sommer, unter dem Eindruck der drohenden Zahlungsunfähigkeit, hatten Demokraten und Republikaner mit Mühe
- Einsparungen von rund 2 Billionen Dollar in den nächsten zehn Jahren beschlossen. Als Kind der Not wurde der
- „Superausschuss“ des Kongresses geboren, der den Sparkurs noch verschärfen sollte. Nicht unerwartet ist auch dieser Versuch einer soliden Haushaltspolitik gescheitert. Die Mitglieder des Ausschusses sind zwar im Glauben vereint, dass man die Fiskalkrise nicht der nächsten Generation aufbürden dürfe. Einigen konnten sie sich dennoch nicht…
- Ausgabenkürzungen von 2 Billionen Dollar über zehn Jahre, die am Ende dieses Jahres als Haushaltssanierung stehen, hören sich nach viel an. Sie sind es nicht. Allein 2012 wird die Bundesregierung fast
- eine Billion Dollar neue Schulden aufnehmen. Tatsächlich wäre noch mal mindestens das Doppelte an Einsparungen nötig, um die Finanzen zu sanieren…
Wie kritisch die finanzpolitische Lage ist, zeigt ein wenig schmeichelhafter
Ausblick des Internationalen Währungsfonds. Danach wird die amerikanische Staatsschuld - einschließlich der Bundesstaaten und Gemeinden - in fünf Jahren mit
- 115 Prozent des BIP diejenige Italiens übertreffen. Dass es an den Finanzmärkte bislang relativ ruhig bleibt, verdankt sich wohl allein der noch größeren Dramatik in Europa. Diese lässt amerikanische Staatsanleihen als kleineres Übel erscheinen…
Der vorherrschenden politischen Rhetorik zufolge scheiterte die Einigung daran, dass die Republikaner sich Steuererhöhungen verweigerten…
Die Steuerfrage ist indes nur politisches Beiwerk im Wahlkampf… Die wahren Probleme im Staatshaushalt finden sich in den
- Sozialkassen und vor allem in der Krankenversicherung. Hier liegt mit der Alterung der Bevölkerung der Sprengsatz, der in den kommenden Jahren die Ausgaben des Bundes in die Höhe schnellen lassen wird…
- Das Scheitern des Superausschusses symbolisiert eine tiefe wirtschaftspolitische Spaltung des Landes. Die Demokraten setzen auf
- mehr Umverteilung und
- so wenig Einschnitte wie möglich in den Sozialleistungen. Das ist eine gefährliche Strategie, weil der
- Defizitabbau durch Steuererhöhungen nur zweitrangig ist und eigentlich die
- stärkere Belastung der Reichen im Mittelpunkt steht. Die
- steigenden Krankenversicherungskosten drohen ferner, jeden Spielraum im Haushalt für andere Aufgaben zu ersticken.
Die Republikaner setzen mit Ausgabenkürzungen, der Reform der Krankenversicherung und der Weigerung zu drastischen Steuererhöhungen dagegen direkt am Defizit an… Dieser Dissens wird sich wohl erst - und nur vielleicht - mit der Präsidentenwahl in einem Jahr entscheiden. Mindestens bis dahin werden die Amerikaner und die Welt auf eine ernsthafte Haushaltssanierung warten müssen. Ach Amerika.
Reiches Armes Amerika
Financial Times Deutschland
12.12.2011,
Von Matthias Ruch
" Dolores friert. Müde lehnt sie sich an die kalte Betonwand und starrt auf ihre Stiefel… Dolores steht Schlange für Essenmarken für sich und für ihre Kinder.
- Food Stamps heißen diese Marken in den USA, und ohne sie würden Millionen Menschen in Amerika hungern… Seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Sommer 2008 ist die Zahl der Empfänger von Food Stamps um mehr als 50 Prozent gestiegen. Allein in New York leben inzwischen 1,8 Millionen Menschen von den Marken. Oder gehen zu den 1200
- Suppenküchen, die kostenlos verteilen, was in Restaurants und Geschäften übrig bleibt. Mit diesem Elend steht das reiche New York nicht allein. Jeder siebte US-Amerikaner bezieht inzwischen Essenmarken,
- 46 Millionen Empfänger sind registriert, das sind 70 Prozent mehr als vor vier Jahren. In Washington DC und in besonders armen Bundesstaaten wie Alabama kauft sogar jeder Vierte mit ihnen ein. Die
- Schlangen vor den Sozialämtern überall im Land werden zum Symbol der verarmenden Staaten von Amerika. Die größte Volkswirtschaft der Erde ist kaum mehr in der Lage, ihre Bürger zu ernähren. Viele hatten ihre Hoffnungen in Barack Obama gesetzt. Doch unter seiner Führung hat sich der Niedergang sogar noch beschleunigt… Bisher hat noch keine Regierung gewagt, die Essenmarken anzutasten…
Vor 70 Jahren wurden sie eingeführt, damals waren die regional finanzierten Programme noch als Konjunkturstütze gedacht. Sie sollten die Armut lindern und den örtlichen Bauern Umsätze bescheren.
Inzwischen ist das Landwirtschaftsministerium auf Bundesebene zuständig. Die Kosten trägt die Regierung in Washington. Und die steigen steil an. Im vergangenen Fiskaljahr gab der Staat
- 68 Mrd. Dollar für Food Stamps aus. "In diesem Jahr dürften die Kosten auf
- 80 Mrd. Dollar steigen, und für die kommenden Jahre rechnen wir mit mehr als 100 Mrd. Dollar", sagt Joel Berg…
Im Zuge der politischen Debatte rücken nun auch die ökonomischen Auswirkungen des Food-Stamp-Programms in den Fokus. Mangel- und Fehlernährung hätten allein 2010 in den USA zu einem
- gesamtwirtschaftlichen Schaden von 167 Mrd. Dollar geführt, rechnet die regierungsnahe Denkfabrik Center for American Progress in einer Studie vor…
Damit das Geld vom Staat tatsächlich für Nahrung ausgegeben wird, ist der Einsatz der
- elektronischen Food-Stamp-Karte, die inzwischen die alten Papiermarken ersetzt hat, streng limitiert. Alkohol und Zigaretten sind verboten, auch warme Mahlzeiten können Bedürftige damit nicht mehr zahlen. Die Empfänger sollen zu Hause kochen, das ist billiger…“
Armut in den USA steigt auf Rekordwert | FTD.de
" Die Armut hat in den USA einen neuen Rekordwert erreicht. Einer von fünfzehn Amerikanern (6,7 Prozent) gehört mittlerweile zu den "Ärmsten der Armen". Das geht aus einem aktuellen Zensus hervor.
- Rund 20,5 Millionen Menschen liegen demnach mit ihrem Einkommen 50 Prozent unter der offiziellen Armutsgrenze. Sie leben von weniger als 5.570 Dollar im Jahr, beziehungsweise als vierköpfige Familie von weniger als 11.157 Dollar… Besonders in den
- amerikanischen Vorstädten hat die Armut stark zugenommen… Der Anteil an in extremer Geldnot lebenden Menschen stieg in den als arm bezeichneten Stadtteilen und Vororten in den vergangenen zehn Jahren von 11,2 Prozent auf 15,1 Prozent an. Das geht aus einer Analyse des Brookings Instituts hervor…
- In 40 der 50 US-Staaten hat die Armut seit 2007 zugenommen - in keinem Staat ist sie geringer geworden. Am stärksten stieg die Geldnot in den südlichen Metropolregionen, etwa in Nevada, Florida oder Kalifornien. Aber auch im industriell geprägten Mittleren Westen zog die Armut durch den Rückgang der Produktion stark an.
Schuldenstand: Die US-Pleitestaaten im Überblick
- In Deutschland waren 2009 rund 12,6 Millionen Menschen von Armut bedroht. Am stärksten gefährdet sind Arbeitslose und Alleinerziehende, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden weiter mit… Als armutsgefährdet bezeichnete das Bundesamt diejenigen Bürger, die nach Einbeziehung staatlicher Transferleistungen ein Einkommen von weniger als 11.278 Euro im Jahr beziehungsweise 940 Euro monatlich zur Verfügung hatten.“
15. Okt. 2011
Von Frank Patalong
„Der Wohlstand der Amerikaner sinkt dramatisch. Laut einer Gallup-Umfrage haben 19 Prozent kein Geld für ausreichend Nahrung. Brisant ist der Vergleich mit China - hier beklagen dies nur 6 Prozent. Auch andere Armutsindikatoren zeigen: Den US-Bürgern geht es immer schlechter, den Chinesen immer besser.
Einmal im Monat befragt das US-Meinungsforschungsinstitut Gallup 1000 repräsentativ erhobene US-Bürger nach ihrem Befinden: Der "
- Well-Being-Index" erfragt Eckdaten von Versorgung und Zufriedenheit und generiert daraus Indikatoren, die den Zustand der Gesellschaft beschreiben sollen… Geht man nach den neuesten Gallup-Zahlen, geht es mit der US-Gesellschaft dramatisch abwärts.
Was in den USA aber vor allem Schlagzeilen macht, ist ein pikanter Vergleich… Demnach erklärten 2008 neun Prozent der befragten Amerikaner, es habe im Verlauf des vergangenen Jahres Zeiten gegeben, in denen sie Schwierigkeiten hatten, genug Geld für ausreichend Nahrung zusammenzubekommen. Zwei Jahre später, 2011, sagten schon 19 Prozent, sie hätten dieses Problem im Lauf des zurückliegenden Jahres gehabt. Zeitgleich sanken diese Quoten in China von 16 auf nun sechs Prozent - eine Umkehrung der Verhältnisse bei diesem klaren
- Armutsindikator: zehn Prozentpunkte Zuwachs in den USA, zehn Prozentpunkte Rückgang in China. Mit anderen Worten:
- In China sinkt die Armut, in den USA wächst sie…
Natürlich sind solche Zahlen relativ. Was man in China als "ausreichende Ernährung" oder "adäquaten Wohnraum" versteht, muss nicht dem entsprechen, was man in den USA von diesen Dingen erwartet. Unmissverständlich sind aber die zeitlichen Entwicklungslinien: abwärts in den USA, klar aufwärts in China. Noch immer hat das Gros der US-Amerikaner Zugang zu den grundlegenden Dingen, die man zum Leben braucht. Trotzdem, statuiert der aktuelle Gallup-Report, gehe "der Trend in die falsche Richtung". Erst am Dienstag veröffentlichte auch
- die amerikanische Zensus-Behörde Zahlen, die diese These decken. Demnach lebten in den USA im Jahr 2010 unfassbare
- 46,2 Millionen Menschen unterhalb der Armutsgrenze –
- 15,1 Prozent der Erwachsenen und 22 Prozent der Kinder. Damit stieg die Armutsquote auf ihren
- höchsten Stand seit 1965, zeitgleich sank das durchschnittliche Familieneinkommen allein im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent auf nun 49.445 Dollar…
Armutsgefährdung in Deutschland
Amerikanischer Haushalt: Schuldenabbau auf der Kippe
faz.net
22.11.2011
Die Gespräche über den Schuldenabbau in den Vereinigten Staaten sind gescheitert… Die Republikaner und Demokraten im Superausschuss hatten den Auftrag gehabt, in den kommenden zehn Jahren mindestens
- 1,2 Billionen Dollar (880 Milliarden Euro) der amerikanischen Schuldenlast abzubauen. Der Gesamtschuldenstand der Vereinigten Staaten ist mittlerweile auf über
- 15 Billionen Dollar (11,1 Billionen Euro) gestiegen. Die Republikaner stemmten sich bei den Verhandlungen gegen Steuererhöhungen. Die Demokraten lehnten Einschnitte in Sozialausgaben für Ältere und Arme ab, für die sie eine Steigerung der Abgaben der reichsten Amerikaner zur Bedingung gemacht hatten… Die Vereinbarung zwischen Präsident Barack Obama und dem Kongress über die Einsetzung des Superausschusses hatte verhindern sollen, dass
- automatische Haushaltskürzungen von einer Billion Dollar beim Militär und einer Reihe weiterer Institutionen vorgenommen werden…
Nach dem Scheitern der Einigung drohte Obama mit einem Veto gegen jeden Versuch, diese nun ab 2013 nötigen automatischen Kürzungen zu verhindern.
Gleichzeitig beschuldigte er die Republikaner, am Scheitern des Superausschusses schuld zu sein, da sie zu keinem Kompromiss bei den Steuern bereit gewesen waren. Tatsächlich ist es
- unklar, ob die automatischen Kürzungen jemals umgesetzt werden. Die Wahlen im kommenden Jahr könnten die politische Landschaft so verändern, dass eine der beiden Parteien ihre Pläne umsetzen kann… Der japanische Finanzminister Jun Azumi zeigte sich nach dem Scheitern enttäuscht. Die Märkte seien „sehr enttäuscht“, dass keine Einigung zur Reduzierung des Defizits erzielt worden sei, sagte Azumi am Dienstag. Die Finanzmärkte hätten
- Zweifel an der Fähigkeit der Politiker in Amerika und Europa, mit den ernsten wirtschaftlichen Problemen fertigzuwerden.“
faz.net
22.11.2011
Von CHRISTOPH HEIN
Präsident Obama mit der thailändischen Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra
„ Mit dem Gipfelmarathon der vergangenen Tage beginnt Amerika seine Rückkehr nach Asien. China als vorherrschende Territorialmacht gerät dabei spürbar unter Druck. Denn Südostasien erkennt, wie zuvor schon Indien, welche Chancen ihm eine größere Nähe zu Amerika bietet. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.
In den vergangenen Jahren hatten die Chinesen ihre diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zum Süden der Region kräftig ausgebaut. Mit Entwicklungs- und Militärhilfe von Pakistan bis zu den Pazifikinseln, milliardenschweren Investitionsplänen und Abkommen zur Stabilisierung der Währungen sicherten sie sich die Rolle des willkommenen großen Bruders. Amerika konzentrierte sich in der Ära Bush auf den arabischen Raum. Damit scheint es vorbei…
- Amerika sucht den Schulterschluss mit Australien, Indien, Japan und Südostasien. Endlich erkennen die Amerikaner die Bedeutung der Wachstumsregion wieder.
- China, das über seinen Schatz amerikanischer Staatsanleihen enormen Einfluss auf die Vereinigten Staaten ausüben kann, nehmen sie weiterhin als Bedrohung wahr.
Gerade Südostasien ist immer stärker in die Einflusssphäre Chinas geraten. Ein Wunder ist das nicht, denn in Singapur, Malaysia, Thailand und auch der größten Volkswirtschaft der Region Indonesien bestimmen die Nachfahren eingewanderter Chinesen das Wirtschaftsleben.
Zudem belohnt Peking ihm zugewandte Länder: Der Bau von Infrastruktur bis hin zu Marinehäfen in Pakistan, Burma und auf Sri Lanka, die Militär- und Entwicklungshilfe für die Anrainerländer Indiens, jüngst der Bau der Botschaft auf den Malediven sprechen eine deutliche Sprache.
Amerika durchkreuzt die Pläne der Chinesen jetzt. Indien soll mit friedlicher Atomkraft ausgestattet werden. Australien wird auf seiner Asien zugewandten Nordseite mit amerikanischem Militär verstärkt. Indonesien erhält ausgediente Kampfflugzeuge der Amerikaner. Und den führenden Ländern des südostasiatischen Staatenbundes Asean sowie Japan wird über den Beitritt zur Transpazifischen Partnerschaft Freihandel mit Amerika angeboten.
Zugleich machen die Amerikaner den Chinesen unmissverständlich klar, dass sie deren angestrebte Vorherrschaft im Territorialkonflikt um das bodenschatzreiche Südchinesische Meer nicht länger dulden - und stärken damit einige Länder des Südostens, die Ansprüche anmelden.
Südostasien, Australien und Indien sind die Gewinner der Wende der amerikanischen Politik.
Bei allen Chancen, die Amerikas Aktionismus nun bietet, wäre es freilich naiv, zu glauben, dass der Pazifikraum vor einem Wechsel der Machtverhältnisse stünde. Asiaten sind erfahrene Händler.
- Sie heißen den zurückgekehrten Partner Amerika willkommen, ohne ihn auf Kosten Chinas vorziehen zu wollen.
- Gelingt es Amerika, Obamas Ankündigungen dauerhaft mit Inhalt zu füllen, hat das Asien jenseits Chinas künftig zwei Partner. Festlegen wird es sich nicht, sondern deren Stärke von Fall zu Fall zu nutzen wissen.
Wo bleibt angesichts dieser Konstellation Europa? Es muss aufpassen, in Asien nicht noch weiter hinter die pazifischen Mächte zurückzufallen. Chinas und Amerikas Gewicht stehen außer Frage. Japan darf in Asien nie abgeschrieben werden, es arbeitet mit bilateralen Freihandelsverträgen. Australien spielt seinen Einfluss über seine Rohstoffe aus. Die Europäer aber schicken Kanzler und Präsidenten auf Asienreisen, hoffen auf einen Großauftrag für ihren Eurofighter in Indien, ihre Unternehmen kämpfen sich voran - doch
- Europa braucht vor allem einen strategischen Ansatz für die Region. Derzeit gibt Europa in asiatischen Augen das Bild einer desolaten Region ab, die nur noch Nabelschau betreibt und als Eurozone vor dem Kollaps steht.“
Quo Vadis Europa?
Von Martin Wagener
Die strategische Aufmerksamkeit der USA richtet sich immer mehr auf den Fernen Osten.
„ Am 24. August 2011 hat das amerikanische Verteidigungsministerium seinen jährlichen Bericht zur Bewertung der militärischen Fähigkeiten Chinas veröffentlicht… China versuche, so das Pentagon, den USA langfristig den militärischen Zugang zum westlichen Pazifik zu verwehren. Erwähnt wird der
- Ausbau der U-Boot-Flotte. Auch gilt es gegenwärtig als sicher, dass Peking mittelfristig mehrere
- Flugzeugträger in Dienst stellen möchte. Offen hat die chinesische Regierung zudem jüngst zugegeben, eine
- ballistische Rakete zu entwickeln, die bewegliche Seeziele attackieren kann… Mit Japan wurde eine weitere Runde im
- Streit um die Senkaku-/Diaoyu-Inseln eröffnet, die Auseinandersetzungen mit Vietnam und den Philippinen um einzelne
- Inseln der Paracel- bzw. Spratly-Gruppe haben zugenommen. Mit den USA streitet China zudem darüber, ob in den
- nach UN-Seerecht ausgewiesenen ausschließlichen Wirtschaftszonen des Landes amerikanische Manöver und Aufklärungsmissionen durchgeführt werden dürfen…
Der sicherheitspolitische Diskurs in Ostasien ist durch diese Entwicklungen geradezu umgepolt worden. Die Stimmen der Bewunderung, die in den letzten Jahren mit der chinesischen „CharmeOffensive“ verbunden waren, werden leiser – und die Rufe nach einer verstärkten militärischen Präsenz der USA lauter. So wird in
- Südkorea diskutiert, ob US-Seekriegsmittel eine seit Anfang 2011 im Aufbau befindliche Marinebasis auf der südlichen Insel Jeju anlaufen dürfen (was nicht der Abschreckung Nordkoreas dienen würde!)
- Australien hat den amerikanischen Streitkräften zugesagt, den Kontinent stärker militärisch nutzen zu können.
- In Singapur sollen US-Kriegsschiffe stationiert werden, die für die Kriegführung in den Randmeeren besonders geeignet sind.
- Vietnam wiederum hat den USA die Rückkehr nach Cam Ranh Bay ermöglicht… Und um
- Japan zu beruhigen, hat die US-Regierung im Herbst 2010 darauf hingewiesen, dass der amerikanisch-japanische Sicherheitsvertrag von 1960 auch für die Senkaku-/Diaoyu-Inseln gelte. Die damit verbundene Warnung an China war nicht zu übersehen.
Wirtschaftliche Interdependenzen sind in Ostasien keine Garantie für Frieden. Wächst eine Ökonomie, nimmt ihr Bedarf an Rohstoffen und Energieträgern zu. Verknappen sich diese, kann es zu zwischenstaatlicher Konkurrenz kommen. Darauf werden Streitkräfte langfristig vorbereitet.
Die USA bauen daher ihre
- seegestützte Raketenabwehr aus, verfolgen das
- Projekt „Prompt Global Strike“ und dürften bald ein Konzept vorlegen, das unter der Bezeichnung
- „AirSea Battle“ firmiert. Es soll die amerikanischen Streitkräfte darauf vorbereiten, dauerhaft zur Durchsetzung des militärischen Zugangs im westlichen Pazifik in der Lage zu sein…
Erklärter potentieller Gegner: China. Die strategische Aufmerksamkeit der USA wird sich daher zunehmend vom Atlantik in den Pazifik verschieben. Dies zeigt sich auch an der Verteilung militärischer Fähigkeiten: Der 3. Flotte an der amerikanischen Westküste sind heute 39 von 71 U-Booten zugeordnet, darunter allein 8 von 14 strategischen U-Booten der Ohio-Klasse; sechs von elf Heimathäfen amerikanischer Flugzeugträger grenzen an den Pazifik. Peking, nicht länger Moskauoder die Al Qaida, bereitet dem Weißen Haus unruhige Nächte!
Chinas grenzenloses Streben nach Macht
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